Zugausfälle 2020

Insgesamt mehr Zugausfälle

Zugausfall am Kölner Hauptbahnhof

Aufgrund des seit einigen Jahren ausgeprägten Baugeschehens ist der Anteil der Zugausfälle im NVR auf ein vergleichsweise hohes Niveau angewachsen. Im Jahr 2020 kommen außerdem direkt oder indirekt durch die Corona-Pandemie bedingte Zugausfälle hinzu.

Die direkt durch den Corona-Sonderfahrplan während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 verursachten Zugausfälle sind in den Grafiken farblich markiert und machen etwa 38 % der Ausfälle im Jahr 2020 aus. Darüber hinaus stieg das Risiko für Zugausfälle durch Personalmangel im SPNV (Quarantäne, schnellere Krankmeldung bei Erkältung, Kinderbetreuung etc.). Personalengpässe stellen für die Verkehrsunternehmen aktuell ohnehin eine große Herausforderung dar, welcher der NVR gemeinsam mit dem Land NRW, den weiteren SPNV-Aufgabenträgern und den Eisenbahnverkehrsunternehmen beispielsweise durch eine Ausbildungsoffensive begegnet.

Für das NVR-Gebiet insgesamt lässt sich für 2020 – auch ohne die direkt durch den Corona-Sonderfahrplan bedingte Ausfälle – in der Gesamttendenz eine deutliche Verschlechterung feststellen. Die durchschnittlichen Zugausfälle steigen von 4,58 % im Jahr 2019 auf 7,07 %. Dies entspricht einer Verschlechterung um 54,4 %. Gegenüber 2018 (6,05 %) ist ebenfalls eine – wenn auch geringere – Verschlechterung um 16,9 % festzustellen.

Zugausfall im NVR nach Produktgruppen

Zugausfall im NVR nach Produktgruppen
Zugausfall im NVR nach Produktgruppen
  • Alle drei Produktgruppen RegionalExpress (RE), RegionalBahn (RB) und S-Bahn weisen im Jahr 2020 ca. 11 % Ausfälle auf.
  • Über ein Drittel der Ausfälle geht auf den Corona-Sonderfahrplan während der ersten Corona-Welle zurück.
  • Aufgrund des ausgeprägten Baugeschehens gab es Zugausfälle auf insgesamt eher hohem Niveau.

RE-Linien auch im Jahr 2020 weiterhin von baubedingten Streckensperrungen betroffen

RE-Linien auch im Jahr 2020 weiterhin von baubedingten Streckensperrungen betroffen
RE-Linien auch im Jahr 2020 weiterhin von baubedingten Streckensperrungen betroffen
  • Baustellenbedingte Ausfälle bleiben auf konstant hohem Niveau.
  • Etwa die Hälfte (51 %) der RE-Ausfälle im Jahr 2020 sind bedingt durch den Corona-Sonderfahrplan während der ersten Corona-Welle.
  • Außergewöhnlich hohe Ausfallwerte für den RE 6 im Jahr 2019, unter anderem bedingt durch Teilausfälle zwischen Düsseldorf und Flughafen Köln/Bonn während der Brückenarbeiten an der Hohenzollernbrücke im April 2019.
  • RE 6 im Jahr 2020: Züge wurden in der zweiten Jahreshälfte baustellenbedingt zwischen Köln und Düsseldorf rechtsrheinisch umgeleitet (nicht im Ausfallwert berücksichtigt).
  • RE 8: Wiederkehrende Dauerbaustelle zum Ausbau der S 13 zwischen Troisdorf und Bonn Beuel / Oberkassel.

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Zunahme der Ausfälle auf den RB-Linien im Jahr 2020

Zunahme der Ausfälle auf den RB-Linien im Jahr 2020
Zunahme der Ausfälle auf den RB-Linien im Jahr 2020
  • Etwa ein Drittel (38 %) der RB-Ausfälle im Jahr 2020 sind bedingt durch den Corona-Sonderfahrplan während der ersten Corona-Welle.
  • Besonders auffällig: RB 30, verschiedene Bautätigkeiten (etwa Bahnsteigarbeiten in Oberwinter und Bonn Bad Godesberg) führten zu Teilsperrungen der linken Rheinstrecke südlich von Bonn und somit zu Ausfällen auf der RB 30.
  • RB 26 und RB 48: Baustelle mit Totalsperrung Sechtem – Bonn Hbf in den Sommerferien.
  • RB 27: Wiederkehrende Dauerbaustelle zum Ausbau der S 13 zwischen Troisdorf und Bonn Beuel / Oberkassel.
  • RB 21: Brückenbauarbeiten zwischen Tetz und Linnich.
  • Im Jahr 2018 Großbaustellen auf der RB 20/RB 33 (Baustelle zwischen Aachen-West und Rheydt zwischen Juli und Dezember 2018), der RB 25 (Brückenbauarbeiten mit Totalsperrung zwischen Overath und Dieringhausen zwischen Ende Juni und Mitte September) und der RB 48 (Oberleitungs- und Bahnsteigarbeiten zwischen Brühl und Sechtem).
  • Die besten Werte finden sich auf der Linie RB 34.

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Starke Zunahme der Zugausfälle auf der S-Bahn im Jahr 2020

Starke Zunahme der Zugausfälle auf der S-Bahn im Jahr 2020
Starke Zunahme der Zugausfälle auf der S-Bahn im Jahr 2020
  • Etwa ein Viertel (28 %) der S-Bahn-Ausfälle im Jahr 2020 sind bedingt durch den Corona-Sonderfahrplan während der ersten Corona-Welle.
  • Alle Linien legen bei den Ausfällen spürbar zu, Hintergrund sind in erster Linie Personalprobleme, außerdem sind die teilweise eingesetzten Züge der Baureihe BR 420 aufgrund ihres Alters anfällig für Fahrzeugprobleme.
  • S12 / S 13: Baustelle im Herbst zwischen Airport/Businesspark und Porz Wahn.
  • S 6: Bauarbeiten in verschiedenen Zeiträumen am Bahnhof Leverkusen, dadurch Ausfall der Linie zwischen Köln Mülheim und Düsseldorf Hbf.
  • S 23: Verschiedene Bautätigkeiten (etwa zur Gleiserneuerung oder Brückenertüchtigung) führten zu Voll- oder Teilsperrungen, beispielsweise in den Osterferien.