Klimaschutzteilkonzept Mobilität für das Rheinland

Viele Kreise, Städte und Gemeinden im Rheinland haben in den vergangenen Jahren Klimaschutzgutachten und die dazu gehörigen Maßnahmen entwickelt. Darüber hinaus existieren zahlreiche weitere Konzepte in den Kommunen mit Bezug zur umweltfreundlichen Mobilität (VEP, SUMP, NVP, Lärmaktionspläne, Luftreinhaltepläne etc.). Einen regionalen Austausch über die Ergebnisse und Lösungen gab es aber bislang nicht.

Die Nahverkehr Rheinland GmbH hat daher als ersten Schritt ein Klimaschutzteilkonzept »Mobilität für das Rheinland« erstellen lassen, das bisherige mobilitätsbezogene Klimaschutzaktivitäten im Rheinland bündelt. Gleichzeitig wurden neue Ideen entwickelt, wie die Mobilität in der Region nachhaltig und zukunftsfähig gestaltet werden kann. Auf Basis dieses Teilkonzeptes wurden beim NVR zwei Personalstellen für Klimaschutzmanagement geschaffen.

Der Verkehrsbereich ist ein wichtiges Handlungsfeld im Bereich des Klimaschutzes, da ca. 30 % der Treibhausgasemissionen im Rheinland von ihm verursacht werden. Jedoch sind hier im Gegensatz zu Handlungsfeldern wie z. B. Energiewirtschaft, Haushalte und Industrie keine Reduktionserfolge zu verzeichnen. Das Stocken oder Scheitern der bisherigen Konzepte zur klimafreundlicheren Mobilität liegt nach Aussage der Beteiligten in der unzureichenden Finanzmittelausstattung, Engpässen bei der Personalkapazität der Kommunen oder Kreise und fehlenden politischen Beschlüssen. Die Umsetzung von Konzepten ist dagegen in Kommunen mit Klimaschutz- oder Mobilitätsmanagern wesentlich erfolgreicher.
Von großer Bedeutung bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen ist die Stärkung des Engagements und der Akzeptanz der Menschen vor Ort. Mit dem Klimaforum gab der NVR allen Interessierten die Möglichkeit, sich über das Konzept zu informieren und Ideen für den zukünftigen Klimaschutzprozess im Rheinland einzubringen. Wichtigste Erkenntnis: der Wunsch, „einfacher“ unterwegs zu sein. Das beinhaltet die Ausweitung, aber auch die Flexibilisierung und Vernetzung von öffentlich zugänglichen Angeboten wie ÖPNV, Leihfahrrädern, Carsharing etc., aber auch ein einheitliches Ticketing. Klimafreundlichere Mobilität erfordert eine neue Kultur im Verkehrsverhalten.

Mithilfe einer Potentialanalyse wird aufgezeigt, wie sich die verkehrlichen Emissionen im NVR-Gebiet bis ins Jahr 2030 weiterentwickeln werden. Gegenüber dem Ausgangsjahr 2014 werden sich die Emissionen im Trendszenario („weiter wie bisher“) bis zum Jahr 2030 um rund 10 % reduzieren. Das maximal mögliche Einsparpotenzial wurde im Klimaschutz-Szenario berechnet: Demnach ist eine Reduzierung der Treibhausgase verursacht durch den Verkehr im NVR-Raum um 37 % gegenüber dem Ausgangswert möglich. Um das Potenzial zu heben, wurde im nächsten Schritt ein Maßnahmenkatalog erstellt, in welchem den Kommunen klimaschonende Mobilitätsvorhaben in einer Art Baukastensystem vorgeschlagen werden.