Bahnknoten Köln

Bahnknoten Köln wird fit für die Zukunft

Mehr als 100 Millionen Fahrgäste und 440.000 Züge passieren jährlich den Kölner Hauptbahnhof. Für die Wirtschaftsregion Rheinland ist der Schienenverkehr über den zentralen Knotenpunkt Köln von erheblicher Bedeutung.

Doch nicht nur am Kölner Hauptbahnhof ist die Lage angespannt. Der gesamte Schienenverkehr in und um Köln ist seit Langem stark überlastet. Züge des Nah-, Fern- und Güterverkehrs konkurrieren um die Gleise. Auf den eng getakteten Achsen nach Nord, Süd, Ost und West haben schon kleine Störungen erhebliche Auswirkungen auf den gesamten Schienenverkehr der Region und darüber hinaus. Die Wirtschaftsregion Rheinland, die auf leistungsfähige Verbindungen angewiesen ist, droht dadurch an Attraktivität zu verlieren.

15 Maßnahmen gegen den Kollaps

Auf der Suche nach zukunftsfähigen Lösungen für eine nachhaltige Entlastung des Knotenpunkts Köln gaben der NVR und die DB Netz AG ein Gutachten in Auftrag, das 2012 fertiggestellt
wurde. Das Fazit der Experten: Keine einzelne große Baumaßnahme, sondern ein ganzes Bündel an Maßnahmen ist nötig, um die Situation langfristig zu entschärfen.

Entsprechend umfasst das daraus entwickelte Gesamtpaket „Optimierung Bahnknoten Köln“ 15 Einzelprojekte.

Die S-Bahn setzt sich in Bewegung

Zentrales Element aller Maßnahmen ist die Verlagerung der Regionallinien von den Gleisen des Fern- und Regionalverkehrs auf die S-Bahn. Dies entzerrt Güter-, Nah- und Fernverkehr
und schafft Platz für engere Takte und zusätzliche Verbindungen.

Bereits in der Umsetzungsplanung befindet sich als erstes Bahnknoten-Projekt der „Ausbau S 11“.  Die derzeit teilweise eingleisige Strecke soll für einen 10-Minuten-Takt zwischen Köln und Bergisch Gladbach ausgebaut werden. Der Kölner Hauptbahnhof und der Bahnhof Köln Messe/Deutz erhalten zudem je einen neuen Bahnsteig mit zwei zusätzlichen S-Bahngleisen. Für die optimale Durchführung des Ausbaus beteiligen die Projektpartner – das Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen, die DB Netze AG und der NVR – im Rahmen des Bündnisses für Mobilität auch die Öffentlichkeit zu einem sehr frühen Zeitpunkt an den Planungen.

Hierfür wurde ein Onlinedialog eingerichtet, über den Bedenken und Wünsche digital geäußert werden konnten. Im Rahmen von zwei Infomessen hatten Pendler und Anwohner aus Köln und Bergisch Gladbach zudem Gelegenheit, mit den Planerinnen und Planern persönlich ins Gespräch zu kommen. Die gewonnenen Anregungen werden nun gesichtet und auf ihre technische
und finanzielle Umsetzbarkeit geprüft.

Mit dem Ausbau der S 11 ist es aber lange noch nicht getan. Ein Ergänzungspaket sieht die Elektrifizierung der Erftbahn von Horrem nach Bedburg vor. Außerdem werden Vorbereitungen
für die Führung von S-Bahnen nach Pulheim getroffen. Und in Köln-Mülheim ist ein neuer S-Bahnhof an der Berliner Straße geplant: Hier treffen sich zukünftig die Linie S 6 und die Stadtbahnlinie 4.

Mehr Infos zum S-Bahn-Ausbau unter: S bewegt alle