Stationsqualität 2020

Bahnhof Erftstadt

Jede Fahrt mit dem Schienenpersonennahverkehr (SPNV) beginnt an einer Station. Daher leistet die Attraktivität der Stationen einen entscheidenden Beitrag zur Attraktivität des Gesamtsystems.

Bereits zum achten Mal in Folge wurden alle SPNV-Stationen im NVR-Gebiet von Stationserfassern unter die Lupe genommen. Dabei stellt die Stationserhebung eine einmal jährlich durchgeführte Momentaufnahme des Zustands einer Station zum Zeitpunkt der Erfassung dar. Im Rahmen der Erfassung werden mittels eines Erhebungsbogens einzelne Mängel erfasst, welche entweder nur zum Zeitpunkt der Erfassung oder über einen längeren Zeitraum bestanden haben.

Die festgestellten Mängel werden im Nachgang zur Erhebung zwischen dem NVR und den jeweiligen Stationsbetreibern sowie mit weiteren verantwortlichen Stellen erörtert. Die Stationserfassung soll insgesamt dazu anstoßen, Mängel schnellstmöglich und dauerhaft abzustellen. Sie soll aber auch dazu beitragen, bei allen Verantwortlichen die Sensibilität für die hohe Bedeutung der Zugangsqualität als Teil der Qualität des Nahverkehrsangebots zu erhöhen.

Die Ergebnisse aus der Stationserfassung werden an die Stationsbetreiber weitergegeben und im Hinblick auf festgestellte Mängel, die Zuordnung von Zuständigkeiten, das weitere Vorgehen und einzuleitende Maßnahmen zur Beseitigung der Mängel gemeinsam erörtert.

Eine Steigerung der Stationsqualität wird weiterhin durch die Ausbaumaßnahmen an Stationen bewirkt. Neben der Erneuerung der Ausstattungskomponenten wirkt sich dies auch positiv auf die Barrierefreiheit der Stationen aus.

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Stationsbetreiber

Zum Zeitpunkt der Erfassung im Herbst 2020 gab es auf dem NVR-Gebiet insgesamt 201 Stationen. Die Station Linnich wurde aufgrund der Streckensperrung zwischen Linnich Tetz und Linnich nicht erhoben. Dementsprechend liegen Ergebnisse für 200 Stationen vor.

Zuständigkeit von drei Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) im NVR:

  • DB Station&Service AG (DB St&S AG) – 144 Stationen
  • EVS Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) – 18 Stationen
  • Rurtalbahn GmbH – 41 Stationen

An einigen Stationen im NVR sind zwei EIU verantwortlich (DB St&S AG und EVS in Stolberg Hbf und Langerwehe). Daher sind diese in der Aufzählung doppelt aufgeführt. Zwischen dem EIU und dem NVR besteht kein direktes Vertragsverhältnis. Vertragspartner sind die jeweiligen Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU). Diese schließen sogenannte Stationsnutzungsverträge mit dem EIU ab.

Alle deutschlandweit rund 5.400 Stationen der DB St&S AG sind in sieben Kategorien eingeteilt. Diese Einteilung stellt die Grundlage für das Stationspreissystem dar. Eine Zuordnung zu den sieben Kategorien erfolgt bundesweit nach einheitlichen Kriterien. Grundsätzlich handelt es sich bei Stationen in der Kategorie 1 und 2 um Knotenbahnhöfe, während in Kategorie 7 Stationen mit geringer verkehrlicher Bedeutung abgebildet werden.

Die Stationskategorien der DB St&S AG sind jeweils mit Vorgaben zur Ausstattung verbunden und als kategoriespezifische Basisleistungen in den „Infrastrukturnutzungsbedingungen Personenbahnhöfe“ (INBP) definiert.

Nähere Informationen zu den INBP und den Stationskategorien können hier abgerufen werden:

Aktuelle Stationspreislisten

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Bewertungsschema

Alle Stationen werden einmal jährlich nach einheitlicher Methodik erfasst. Erhoben werden sowohl alle Bahnsteige als auch die Zugangsbereiche der Stationen. Für jede Station wird dabei ein Gesamtwert ermittelt, welcher aus einem Teil der erhobenen Merkmale gebildet wird und dem Ampelsystem zugeordnet wird. Der ermittelte Wert beurteilt das Gesamterscheinungsbild der Stationen und stellt eine Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Erfassung dar. Seit einigen Jahren werden die 60 schlechtesten Stationen des Vorjahres erneut im Frühjahr erhoben. Diese Frühjahrserhebung musste aufgrund der Corona-Pandemie ausgesetzt werden.

  • Erfassung im Herbst 2020: 200 von 201 Stationen
  • Die Station Linnich (RB 21 Nord) wurde nicht erfasst

Bei den Ausstattungselementen, die an einer Station vorhanden sind, werden jeweils die Funktionalität, die Sauberkeit und das Erscheinungsbild bewertet. Die Ausstattungsmerkmale sind unabhängig davon, ob sie im Zuständigkeitsbereich des jeweiligen Stationsbetreibers liegen oder nicht, Bestandteil des Gesamtergebnisses für eine Station.

Details der Bewertung können hier abgerufen werden:

Bewertungsschema

An Stationen kann es eine Vielzahl an Zuständigen geben:

  • Stationsbetreiber
  • Kommune
  • Vertriebsdienstleister
  • Netzbetreiber (z. B. DB Netz AG)
  • Private

Daraus ergibt sich ein hoher Abstimmungsbedarf, um die Qualität der einzelnen Stationen zu verbessern.

So kann es vorkommen, dass einige Stationen ein schlechtes Gesamtergebnis aufweisen, obwohl sich die Ausstattungselemente im Zuständigkeitsbereich des Stationsbetreibers in einem guten Zustand befinden.

Die Barrierefreiheit von Stationen wird ebenfalls erfasst. Sie geht allerdings nur bei der Funktionalität der Aufzüge, Fahrtreppen und Rampen in die Bewertung ein.

Der stufenfreie Zugang und der Zugeinstieg werden nicht bewertet, da Verbesserungen diesbezüglich kurzfristig nicht erzielbar sind bzw. die Erforderlichkeit baulicher oder betrieblicher (Fahrzeuge) Veränderungen nicht Gegenstand der Bewertung sind. Somit ist aus der Zuordnung im Ampelsystem nicht ersichtlich, ob die jeweilige Station barrierefrei ist.

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Ergebnisübersicht

Insgesamt 200 untersuchte Stationen:

  • 126 Stationen (63 %) mindestens akzeptables Erscheinungsbild
     
  • 53 Stationen (27 %) noch akzeptabel (das Gesamterscheinungsbild dieser Stationen wird durch einzelne Mängel beeinträchtigt)
     
  • 21 Stationen (10 %) nicht mehr akzeptables Erscheinungsbild -> besonderer Handlungsbedarf

Die Anzahl der Stationen im nicht akzeptablen bzw. noch akzeptablen Bereich ist mit 74 Stationen (2019: 39 Stationen) deutlich gestiegen. 65 der 74 gelben und roten Stationen liegen im Zuständigkeitsbereich der DB St&S AG. Gründe liegen hier insbesondere an den vielfach auftretenden Graffitis und einer allgemein schlechteren Sauberkeit der Stationen. Graffitis, welche beispielsweise an mehreren Ausstattungsmerkmalen zu finden sind, führen jedes Mal zu einer Abwertung des Erscheinungsbildes.

Ausstattungsmerkmale, bei denen sich das durchschnittliche Bewertungsergebnis am deutlichsten verschlechtert hat (> 6 Prozentpunkte):

  • Sauberkeit und Erscheinungsbild der Automaten im Zugangsbereich und auf den Bahnsteigen
  • Sauberkeit der Beschilderung im Zugangsbereich
  • Allg. Sauberkeit im Zugangsbereich
  • Sauberkeit und Erscheinungsbild des Wetterschutzes
  • Sauberkeit der Vitrinen
  • Sauberkeit des Bodens am Bahnsteig
  • Erscheinungsbild der Fahrtreppen und Aufzüge; Sauberkeit der Aufzüge

-> Es wird deutlich, dass insbesondere das Thema Sauberkeit zu negativen Bewertungen geführt hat.

Eine detaillierte Aufstellung der wertungsrelevanten Kriterien je Station enthält die folgende Liste der Gesamtergebnisse:

2020 - Gesamtergebnisse

 

Weiterhin können hier alle Stationen im roten Bereich mit den jeweiligen Einsteigerzahlen abgerufen werden:

2020 - Teilergebnisse

 

Räumlicher Schwerpunkt von Stationen im roten Bereich:

Stationsbewertung 2020 -  räumliche Verteilung der Bewertungsergebnisse
Stationsbewertung 2020 - räumliche Verteilung der Bewertungsergebnisse
  • Stationen entlang der Linie RB 38 (Erftbahn)
  • Stationen entlang der Linien S 6 und S 11
  • Stationen entlang der Linie RB 34

 

Die Karte zeigt die räumliche Verteilung der Bewertungsergebnisse. Einige Stationen weisen eine erhebliche Verschlechterung im Vergleich zum Vorjahr auf. So sind Stationen von einer Bewertung im grünen oder gelben Bereich in den roten Bereich gerutscht (z. B. Bad Münstereifel und Leverkusen-Küppersteg von grün auf rot). Gründe liegen hier im vielfach auftretenden Vandalismus und in mangelnder Sauberkeit. Ein paar Stationen konnten wesentliche Verbesserungen des Gesamterscheinungsbilds erzielen (z. B. Stationen auf der Linie RB 28).

Generell weisen ein paar Stationen der Bördebahn einen deutlich niedrigeren Ausstattungsstandard als die meisten anderen Stationen auf (beispielsweise fehlende Fahrplanvitrinen, fehlender Wetterschutz). Da nur vorhandene Ausstattungselemente betrachtet werden, beschränkt sich die Bewertung bei der Bördebahn auf entsprechend wenige Ausstattungselemente. Somit sind die Ergebnisse für diese Stationen nur eingeschränkt vergleichbar. Die Stationen auf der Bördebahn werden sukzessive modernisiert bzw. neu gebaut. Einige Bauarbeiten – wie beispielsweise in Nörvenich – Binsfeld – wurden im Jahr 2020 abgeschlossen.

Die Bewertung des Erscheinungsbilds der Aufzüge zählt wie bereits 2019 zu den Kriterien, deren Durchschnittsbewertung sich am stärksten verschlechtert hat. Die durchschnittliche Bewertung liegt auf einem sehr niedrigen Niveau. Das Erscheinungsbild der Wetterschutze hat ebenfalls um mehr als 11 Prozentpunkte abgenommen. Positive Veränderungen konnten bei der Funktionalität der Fahrtreppen erreicht werden. Am Kölner Hbf wurden im Jahr 2020 insgesamt 12 Fahrtreppen erneuert. Bei den Grünanlagen im unmittelbaren Umfeld der Bahnsteige wurden ebenfalls bessere Bewertungen vergeben.

Stationsbewertung 2020 - Kartenübersicht Stufenfreiheit
Stationsbewertung 2020 - Kartenübersicht Stufenfreiheit

An vielen Stationen sind in den kommenden Jahren größere Umbaumaßnahmen geplant, sodass hier von einer deutlichen Verbesserung des Gesamterscheinungsbildes ausgegangen werden kann. Welche Stationen in den nächsten Jahren umgebaut werden, kann der hier dargestellten Karte zur Stufenfreiheit entnommen werden.

Eine detaillierte Auflistung zum Ausbau der Stationen steht hier zum Download zur Verfügung:

Ausbaumaßnahmen

 

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Ergebnisse Stufenfreiheit und Leitsysteme

Die barrierefreie Gestaltung von Stationen ist für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste von entscheidender Bedeutung. Barrierefreiheit umfasst unter anderem die Stufenfreiheit der Stationen und den barrierefreien Übergang zwischen Bahnsteig und Zug (bzgl. Stufen und Spaltenbreite).

Hinzu kommt das Blindenleitsystem, welches blinden und sehbehinderten Menschen ermöglicht, sich selbstständig im öffentlichen Raum zu bewegen. Dies geschieht beispielsweise durch die Ausstattung der Böden mit taktilen Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfeldern.

  • stufenfrei erreichbar: 174 Stationen
  • teilweise stufenfrei (lediglich ein Teil der Bahnsteige stufenfrei erreichbar): 13 Stationen
  • nicht stufenfrei erreichbar: 14 Stationen

Eine Darstellung der Stufenfreiheit aller Stationen auf dem Gebiet des NVR enthält die oben eingebundene Karte. Alle nicht stufenfreien Stationen mit den entsprechenden Einsteigerzahlen sind hier aufgeführt:

"nicht stufenfreie Stationen"

 

Neben der stufenfreien Erreichbarkeit der Stationen sind das Zusammenspiel zwischen Bahnsteighöhe und dem Einstieg ins Fahrzeug für eine barrierefreie Verbindung entscheidend. Eine Darstellung der Einstiegssituation in das jeweilige Fahrzeug muss linienweise erfolgen. Eine solche Auflistung aller Stationen, die einen stufenfreien Zugang in das Regelfahrzeug ermöglichen, kann den Liniensteckbriefen im Nahverkehrsplan des NVR entnommen werden: Nahverkehrsplan

Stufenfreier Ausbau

  • Mit Fertigstellung der Arbeiten im Zuge der RRX-Außenäste auf der Strecke Rheydt – Aachen wurden in den letzten Jahren viele Stationen stufenfrei ausgebaut.
     
  • Die Anzahl der stufenfreien Stationen konnte in den letzten Jahren von 161 auf 174 ausgeweitet werden.
     
  • Viele Modernisierungen sind in den nächsten Jahren geplant.

 

Die DB St&S AG hat sich innerhalb ihres Projektes „Zukunft Bahn“ zum Ziel gesetzt, die Verfügbarkeit von Aufzügen und Rolltreppen deutlich zu erhöhen. Dies soll unter anderem durch eine verbesserte Ersatzteillogistik der Instandhaltungsdienstleister erreicht werden.

Für den Großteil der Aufzüge ist mittlerweile eine Zustandsüberwachung in Echtzeit verfügbar. Das Haltestellen-Informations-System des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) enthält die Echtzeit-Daten der Aufzüge und Fahrtreppen: Haltestellen-Informationssystem im VRS

Ausstattung der Bahnsteige mit Leitstreifen

Bahnsteige mit Leitstreifen
Ausstattung der Bahnsteige mit Leitstreifen
  • An 70 % der Stationen sind Leitstreifen für Blinde und Sehbehinderte am Bahnsteig vorhanden (140 Stationen).
  • An neun Stationen sind diese zumindest teilweise vorhanden (d. h. nicht an allen Bahnsteigen).
  • Die Anzahl der Stationen, die nicht mit Leitstreifen ausgestattet sind, konnte von 55 (2019) auf 51 reduziert werden.
  • Weiterhin positiver Trend im NVR durch Ausbauprogramme.

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Ergebnisse Fahrgastinformation

Vandalismus in Köln-Blumenberg
Vandalismus in Köln-Blumenberg

Sowohl im Zugangsbereich als auch auf den Bahnsteigen tragen viele Ausstattungselemente dazu bei, den Fahrgast vor Ort zu informieren. Neben Beschilderungen und Wegweisern sind auch die Aushänge in den Vitrinen für die Fahrgastinformation von Bedeutung. Hinsichtlich der Fahrgastinformation gibt es an vielen Stationen Nachbesserungsbedarf. Beschriftungen sind zum Teil nicht mehr lesbar, da sie verblasst, abgeblättert oder durch Graffiti überdeckt sind.

  • An 19 Stationen war das Erscheinungsbild der Vitrinen stark beeinträchtigt (Vorjahr: 13 Stationen)
  • Durchschnittliche Bewertung des Erscheinungsbilds hat sich um fast 4 Prozentpunkte verschlechtert (Vorjahr: ebenfalls Verschlechterung um 4 Prozentpunkte)
  • Deutliche Verschlechterung bei der Sauberkeit der Vitrinen

Die schlechte Lesbarkeit von Fahrplanaushängen, Netzplänen oder Tarifinformationen hängt vor allem vom Zustand der Vitrinen ab. Viele der Vitrinen weisen Mängel durch Scratching, Graffiti, allgemeine Verschmutzung oder eingeschlagene Scheiben auf.

  • Die Durchschnittsbewertung der Funktionalität der Uhren liegt in einem guten Bereich
  • Uhren sind an 89 Stationen vorhanden (Bahnsteig)

 

In einem Pilotprojekt testet die DB St&S AG die Ausstattung der Uhren mit einem Überwachungsmodul, welches Störungen meldet. Die neu entwickelte Sensorik erkennt auch Glasbruch durch Vandalismus, die häufigste Ursache für defekte Bahnhofsuhren. Zusätzlich zur Fernüberwachung kommt eine neue Übertragungstechnik zum Einsatz. Wenn sich der Pilot bewährt, könnte diese Sensortechnik auf andere Anwendungsgebiete wie Fahrgastinformationsanlagen ausgeweitet werden.

  • 111 Stationen sind mit DSA auf den Bahnsteigen ausgestattet
  • An allen Stationen waren die DSA zum Zeitpunkt der Erhebung voll funktionsfähig, daher liegt die Durchschnittsbewertung bei 100 Prozent
  • An größeren Stationen: Zugzielanzeiger (34 Stationen)
  • Geändertes Design im Rahmen der deutschlandweiten Umstellung auf ein neues Reisendeninformationssystem der DB (IRIS+)

 

Der DSA sorgt für eine Reisendeninformation nach dem Zwei‑Sinne-Prinzip. Wichtige Informationen, z. B. über Fahrplanabweichungen, werden vom DSA sowohl visuell über das Display als auch akustisch über einen integrierten Lautsprecher ausgegeben.

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Ergebnisse Komfort

Wetterschutz mit Graffiti in Dattenfeld
Wetterschutz mit Graffiti in Dattenfeld

Zu den Komfortmerkmalen an Stationen zählen der Wetterschutz und die Sitzmöglichkeiten. Das Erscheinungsbild dieser Ausstattungsmerkmale sollte stets gepflegt sein. Einige Stationen weisen Beschädigungen an den Sitzmöglichkeiten und am Wetterschutz auf. Teilweise fehlen Seitenscheiben des Wetterschutzes, sodass die Funktionalität beeinträchtigt ist. Zu Abwertungen führt vor allem das schlechte Erscheinungsbild einiger Wetterschutzeinrichtungen.

  • Das Erscheinungsbild der Wetterschutze weist durchschnittlich deutlich schlechtere Bewertungen als die Funktionalität oder die Sauberkeit auf.
  • An 34 Stationen (2019: 12 Stationen) liegt die Bewertung des Wetterschutzes (Erscheinungsbild) im nicht akzeptablen Bereich.
  • Die Bewertung des Erscheinungsbilds hat sich gegenüber dem Vorjahr stark verschlechtert. Gründe hierfür sind häufig auftretende Graffitis an Fahrgastunterständen oder Windschutzen.
  • Wetterschutz ist vielfach Ziel von Vandalismus; Scheiben werden zum Teil kurz nach Instandsetzung erneut zerstört oder mit Graffitis verschmutzt.
  • Die Funktionalitätsbewertung von Sitzgelegenheiten weist sehr hohe Durchschnittswerte auf; der Wert liegt bei nahezu 100 Prozent.
  • Deutlich häufiger abgewertet wurde das Erscheinungsbild der Sitze.
  • Erstmals im Bereich des Bahnhofsmanagements Düsseldorf/Aachen werden sogenannte Stehhilfen eingesetzt; diese sind seit dem Frühjahr 2020 an der S-Bahn-Station Sindorf vorzufinden.

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Ergebnisse Sauberkeit

Sauberer Bahnsteig an der Station Stolberg-Schneidmühle
Sauberer Bahnsteig an der Station Stolberg-Schneidmühle

Die Sauberkeit von Stationen leistet einen erheblichen Beitrag zu deren Gesamterscheinungsbild. Zusätzlich zu temporären Verunreinigungen treten in vielen Fällen Graffitis auf. Neben der Verunreinigung einzelner Ausstattungskomponenten prägt insbesondere großflächiges Graffiti in den Zugangsbereichen das Erscheinungsbild der Stationen. Zuständig für die Beseitigung der Graffitis ist nicht in jedem Fall der Stationsbetreiber, da die betroffenen Zugangsbereiche oftmals im kommunalen Besitz liegen. In einigen Fällen finden sich die Verunreinigungen mit Graffiti auch an Fassaden, die sich in privatem Besitz befinden. Für die Betreiber der Stationen entstehen hohe Kosten durch Vandalismus. In den letzten Jahren konnte eine erhebliche Zunahme von Graffitis an Stationen durch die Erfasser dokumentiert werden.

Graffiti an der Station Rheinbach Römerkanal
Graffiti an der Station Rheinbach Römerkanal
  • 44 Stationen (2019: 41 Stationen) weisen starke Verunreinigungen durch Graffiti in den Zugangsbereichen auf; in den meisten Fällen handelt es sich dabei um Stationen mit einer Unterführung
  • In den letzten Jahren kontinuierliche Zunahme der Stationen mit starkem Graffiti
  • Nachhaltige Erfolge können nur schwer erreicht werden, da gestrichene Wände in kürzester Zeit erneut besprüht werden

 

Das Anti-Graffiti-Programm zwischen dem Land NRW und der DB lief im Jahr 2018 aus. Die Aufgabenträger sind in Gesprächen zu einer möglichen Nachfolgeregelung. NRW ist eines der Bundesländer, welches von der DB AG als Schwerpunktgebiet hinsichtlich Graffiti identifiziert wurde. Ein Lösungsansatz, um Verunreinigungen durch Graffiti zu reduzieren, sind Kunst-Graffitis. Im Jahr 2018 hat die DB St&S AG aufwendige Kunst-Graffitis in den Zugangsbereichen der Stationen Köln-Ehrenfeld und Köln Hansaring anbringen lassen. In Köln, Bonn und Leverkusen Mitte wurden im Jahr 2020 Bahnsteiggebäude, Zugänge und Treppeneinfassungen mit bunten Motiven gestaltet.

Nicht nur im Zugangsbereich können Verunreinigungen auftreten, sondern auch an den Bahnsteigen. Vor allem das Gleisbett ist an vielen Stationen verschmutzt.

  • Besonders betroffen sind hoch frequentierte Stationen wie beispielsweise einige S-Bahn-Stationen im Kölner Stadtgebiet
  • An insgesamt 22 Stationen weist das Gleisbett starke Verunreinigungen auf (Vorjahr: elf Stationen)
Verunreinigtes Gleisbett Köln-Trimbornstraße
Verunreinigtes Gleisbett Köln-Trimbornstraße

Verunreinigungen an Abfallbehältern treten an vielen Stationen auf und sind seitens der Stationsbetreiber nur mit erheblichem Aufwand nachhaltig zu beseitigen. Akuter Handlungsbedarf besteht vor allem, wenn die Funktionsfähigkeit beeinträchtigt ist. Die Bewertung der Funktionalität liegt auf einem guten Niveau. Seit der Erfassung im Jahr 2017 hatte sich die Bewertung des Erscheinungsbildes in den Vorjahren deutlich verbessert. Bei der Erfassung 2020 hat sich der Wert jedoch um 5 Prozentpunkte verschlechtert.

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Ergebnisse Vertrieb

Neuer Fahrausweisautomat in Üdingen
Neuer Fahrausweisautomat in Üdingen

Die Zuständigkeit für die Fahrausweisautomaten und Fahrausweisentwerter liegt nicht bei der DB St&S AG oder DB Regio AG, zuständig ist die im Rahmen einer vom NVR durchgeführten Vertriebsausschreibung beauftragte DB Vertrieb GmbH. Ausnahmen bilden Rhein-Sieg-Express (RE 9) und die Mittelrheinbahn (RB 26). Hier liegt die Zuständigkeit direkt bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen bzw. bei deren Unterauftragnehmern.

Bei der Rurtalbahn (RB 21) sorgen seit dem Januar 2020 neue Fahrkartenautomaten für ein verbessertes Vertriebsangebot. Der NVR, die Rurtalbahn GmbH und die DB Vertrieb GmbH haben vereinbart, dass die in die Jahre gekommenen Fahrkartenautomaten, die sich in den Fahrzeugen der Rurtalbahn befanden, entfernt werden. Stattdessen wurden Fahrkartenautomaten von DB Vertrieb auf den Bahnsteigen an den Stationen der RB 21 in Betrieb genommen.

  • vielfach treten Abwertungen des Erscheinungsbilds durch Scratching, Lackschäden, Graffiti oder weitere Beschädigungen auf
  • Die durchschnittliche Bewertung des Erscheinungsbilds der Automaten am Bahnsteig hat gegenüber dem Vorjahr um fast 10 Prozentpunkte abgenommen
  • An 23 Stationen (2019: neun Stationen) wurden auffällige Mängel beim Erscheinungsbild der Automaten am Bahnsteig festgestellt
  • Die Bewertung der Funktionalität liegt am Bahnsteig bei nahezu 100 Prozent

 

Anfang 2018 hat die Deutsche Bahn im Gebiet des NVR die bisherigen Fahrausweisautomaten gegen moderne Geräte ausgetauscht. Die neuen Automaten bieten neben einem umfassenden Aufbruchschutz einen besseren Schutz vor Vandalismus durch ein widerstandsfähiges Gehäuse. Des Weiteren erfüllen sie die aktuell gültigen europäischen Anforderungen an die Bedienung für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität.

  • Abwertungen bei Fahrkartenentwertern treten ebenso wie bei den Automaten vor allem beim Erscheinungsbild auf
  • Das durchschnittliche Erscheinungsbild der Entwerter im Zugangsbereich hat gegenüber dem Vorjahr einige Prozentpunkte abgenommen; bei den Entwertern am Bahnsteig hat die Durchschnittsbewertung etwas abgenommen
  • An zwölf Stationen (2019: vier Stationen) wurden auffällige Mängel beim Erscheinungsbild der Entwerter am Bahnsteig festgestellt.