Pünktlichkeit 2020

Deutliche Verbesserung der Verspätungssituation

RE 5 - Fahrtzielanzeige

Nachdem die Zugverspätungen im NVR-Gebiet von 2016 bis 2018 um rund 23 % zugenommen hatten, lässt sich im Jahr 2019 in der Gesamttendenz eine leichte, im Jahr 2020 eine deutliche Entspannung der Verspätungssituation feststellen. Die durchschnittliche Verspätung der Züge im NVR-Gebiet geht von 2:16 Minuten im Jahr 2018 auf 1:41 Minuten im Jahr 2020 zurück. Dies entspricht einer Verbesserung um 25,8 %. Dennoch bleibt die Lage teilweise angespannt, beispielsweise auf der linken Rheinstrecke zwischen Köln und Bonn.

Während der ersten Corona-Welle galt ein Sonderfahrplan mit geringerem Leistungsangebot, daher kam es in dieser Zeit zu weniger Trassenkonflikten und die Pünktlichkeit stieg an. Außerdem gibt es seit Beginn der Pandemie weniger Fahrgäste, daher verkürzen sich die Fahrgastwechselzeiten. Das Gesamtsystem ist pünktlicher und es kommt seltener zu Verspätungsübertragungen.

Unterschiedliche Entwicklung der verschiedenen Produktgruppen

Ankunftsverspätung im NVR nach Produktgruppen (Ø Min)
Ankunftsverspätung im NVR nach Produktgruppen (Ø Min)
  • Die drei Produktgruppen RegionalExpress (RE), RegionalBahn (RB) und S-Bahn entwickeln sich aktuell unterschiedlich.
  • Deutlicher Rückgang der Verspätung bei den RE-Linien: von 3:20 Minuten im Jahr 2018 auf 1:57 Minuten im Jahr 2020 (- 41,4 %).
  • Moderater Rückgang der Verspätung auf den RB-Linien: von 2:07 Minuten im Jahr 2018 auf 1:43 Minuten im Jahr 2020 (- 19,1 %).
  • Verstetigung des Pünktlichkeitsniveaus bei den S-Bahnen bei 1:24 Minuten im Jahr 2020.
  • Verbesserungen im Jahr 2019 sind in erster Linie auf neue Konzepte bei Baustellen und Wetterereignissen, weniger außerplanmäßigen Überholungen durch verbesserte Pünktlichkeitswerte im Fernverkehr, Vergrößerung des RE-Fuhrparks zurückzuführen.
  • Verbesserungen im Jahr 2020 in erster Linie auf das teilweise eingeschränkte Angebot und auf die geringere Nachfrage während der Corona-Pandemie zurückzuführen.

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Niedrigste Durchschnittsverspätung während des ersten Lockdowns

Ankunftsverspätung im NVR 2020 im monatlichen Vergleich zu 2019
Ankunftsverspätung im NVR 2020 im monatlichen Vergleich zu 2019
  • Deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (von 2:01 Minuten im Jahr 2019 auf 1:41 Minuten im Jahr 2020, -17,1 %).
  • Deutlichster Rückgang der Verspätungen zwischen März und Juni 2020 während erstem Corona-Lockdowns (April: von 2:11 Minuten im Jahr 2019 auf 1:02 Minuten im Jahr 2020, -52,8 %).
  • In dieser Zeit: Corona-Sonderfahrplan mit geringerem Leistungsangebot, daher weniger Trassenkonflikte.
  • Seit Beginn der Pandemie außerdem weniger Fahrgäste, daher kürzere Fahrgastwechselzeiten und mehr Pünktlichkeit im Gesamtsystem.

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Fast alle RE-Linien teils deutlich verbessert

Ankunftsverspätung im NVR: RE-Linien
Ankunftsverspätung im NVR: RE-Linien
  • Starke Verbesserung bei RE 1, RE 4, RE  5 und RE 6.
  • Die übrigen Linien ebenfalls verbessert.
  • Start des RRX auf dem RE 5 im Juni 2019, auf dem RE 6 im Dezember 2019 und auf dem RE 1 im Juni 2020, spurtstärkere Fahrzeuge, höhere Kapazitäten.
  • Stabilerer Fernverkehr, weniger unplanmäßige Überholungen.
  • Zusätzlich in 2020: Geringere Nachfrage sowie teils eingeschränktes Angebot aufgrund der Corona-Pandemie.
  • Frei gewordene Bestandsfahrzeuge (bspw. vom RE 5) werden zum Teil zur Stabilisierung des Betriebs der anderen RE-Linien (bspw. RE 9) eingesetzt.

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RB-Linien moderat verbessert

Ankunftsverspätung im NVR: RB-Linien
Ankunftsverspätung im NVR: RB-Linien
  • RB-Linien nach zuletzt negativer Entwicklung seit dem Jahr 2019 stabilisiert und zumeist leicht verbessert.
  • Weniger Verspätungen im Gesamtnetz, Rückgang Trassenkonflikte und Überholungen.
  • In 2020: Geringere Nachfrage sowie teils eingeschränktes Angebot aufgrund der Corona-Pandemie.
  • Verspätungssituation bleibt teilweise angespannt (bspw. Linke Rheinstrecke zwischen Köln und Bonn, also RB 26 und RB 48)
  • Die besten Pünktlichkeitswerte gibt es auf den Linien RB 20, RB 21 und RB 38.
  • Gegen den Trend verschlechtert: RB 34. Hier kam es im Herbst zu einem Pünktlichkeitseinbruch aufgrund Einschränkungen in der Infrastruktur sowie Störungen im Betriebsablauf.

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Kaum Verbesserung auf der S-Bahn

Ankunftsverspätung im NVR: S-Bahn-Linien
Ankunftsverspätung im NVR: S-Bahn-Linien
  • Trotz geringerer Nachfrage sowie teils eingeschränktem Angebot aufgrund der Corona-Pandemie im Jahr 2020 kaum Verbesserungen.
  • Leistungsvolumen der S-Bahn wurde in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut bei gleichbleibendem Fuhrpark (dadurch: u. a. verkürzte Wendezeiten, engere Instandhaltungskorridore, das führt zu geringerer Betriebsstabilität).
  • Dennoch: S-Bahn ist Produktgruppe mit den geringsten Verspätungen.
  • Besonders betroffen: S 13. Aufgrund von Linienkonsolidierungen ab dem Jahr 2020 nur noch ein geringer Leistungsumfang, in erster Linie Nachtverkehre. Dort kam es oft zu Haltezeitüberschreitungen, bspw. durch das Offenhalten von Türen für verspätet eintreffende Fahrgäste.