Entwicklung Fahrgastzahlen 2020

Fahrgäste während der Corona-Pandemie

Die Entwicklung der Fahrgastzahlen ist im Jahr 2020 erstmals nach vielen Jahren wieder rückläufig. Die Corona-Pandemie führt zu einem starken Einbruch der Nachfrage. Dies hat zur Folge, dass die Zahl der täglichen Einsteiger an Wochentagen im Jahresmittel von rund 442.000 auf 268.000 Fahrgästen sinkt.

Auf das Jahr gerechnet werden nur noch 104 Millionen Personen im SPNV auf NVR-Gebiet befördert. Das entspricht einem Fahrgastrückgang von rund -39,3% im Vergleich zum Vorjahr.

Durchschnittliche Einsteiger je Tag nach Produktgattung

Durchschnittliche Einsteiger je Tag nach Produktgattung von Montag bis Freitag (ohne Feiertag)
Durchschnittliche Einsteiger je Tag nach Produktgattung von Montag bis Freitag (ohne Feiertag)

Die Entwicklung der einzelnen Produktgruppen RE/RB/S liegt auf einem ähnlichen Niveau. Große Unterschiede sind nicht erkennbar. Am schlechtesten hat die Gruppe der RE-Linien abgeschnitten:

  • RE-Linien: -40,1%
  • RB-Linien: -38,4%
  • S-Bahn: -39,4%

Deutlichere Unterschiede lassen sich jedoch innerhalb der einzelnen Produktgruppen feststellen. Auch wenn keine der Linien im NVR Wachstum verzeichnen kann, sind einige deutlich stärker von den Auswirkungen der Pandemie betroffen als andere. Das lässt sich vor allem am Vergleich von Linien im städtischen und ländlichen Raum erkennen.

_________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

RE-Linien: Durchschnittliche Einsteiger je Tag von Montag bis Freitag (ohne Feiertag)

Durchschnittliche Einsteiger je Tag von Montag bis Freitag (ohne Feiertag)
Durchschnittliche Einsteiger je Tag von Montag bis Freitag (ohne Feiertag)

Die Gruppe der RE-Linien hat in Summe den höchsten Fahrgastrückgang zu verzeichnen. Besonders stark war der Einbruch der Nachfrage auf der Linie RE 12 mit -55%. Die Sprinter-Linie der Eifelstrecke liegt damit deutlich unter dem NVR-Schnitt. Ähnlich sieht die Situation auf dem RE 8 aus. Auch hier ist die Zahl der Fahrgäste mit -52% um mehr als die Hälfte zum Vorjahr zurückgegangen.

Am besten abgeschnitten hat hingegen der RE 22 mit einem Rückgang von etwa -31%. Auch der RE 1, auf dem seit Mitte des Jahres 2020 RRX-Fahrzeuge eingesetzt werden, hält sich mit -32% im oberen Feld der RE-Linien.

Größter Rückgang:

  • RE 12 (- 55%)
  • RE 8 (- 52%)
  • RE 4 (- 46%)

Geringster Rückgang:

  • RE 22 (- 31%)
  • RE 1 (- 32%)
  • RE 7 (- 36%)

_________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

RB-Linien: Durchschnittliche Einsteiger je Tag von Montag bis Freitag (ohne Feiertag)

Durchschnittliche Einsteiger je Tag von Montag bis Freitag (ohne Feiertag)
Durchschnittliche Einsteiger je Tag von Montag bis Freitag (ohne Feiertag)

Die deutlichsten Unterschiede treten bei den Linien im RB-Verkehr auf. Hier ist die Spannbreite zwischen den einzelnen Linien teilweise sehr groß.

Auf der einen Seite liegen einige Linien deutlich unter dem NVR-Schnitt. Den höchsten Rückgang hat dabei die RB 38 zu verzeichnen. 2020 sind mehr als 56% weniger Fahrgäste auf der Linie unterwegs als 2019. Dies ist aber nicht nur pandemiebedingt, sondern hat auch mit den Brückenbauarbeiten in Köln-Deutz zu tun, wovon die RB 38 stark betroffen ist. Überwiegend kann nur noch der Streckenabschnitt zwischen Bedburg und Horrem bedient wird, was zu einer deutlichen Fahrgastreduzierung führt.

Auf der anderen Seite stechen einige RB-Linien auch deutlich positiver heraus. Das sind vor allem die kleineren Zubringerlinien im ländlichen Raum. Dazu zählt die RB 20 mit lediglich -17%, die RB 34 mit -19% und die RB 39 mit -27% im Vergleich zum Vorjahr. Dies lässt sich möglicherweise damit erklären, dass im ländlichen Raum weniger alternative Mobilitätsformen zur Verfügung stehen als im städtischen Raum und die Pendler trotz Pandemie auf den SPNV angewiesen sind.

Größter Rückgang:

  • RB 38 (- 56%)
  • RB 48 (- 46%)
  • RB 26 (- 43%)

Geringster Rückgang:

  • RB 20 (- 17%)
  • RB 34 (- 19%)
  • RB 39 (- 27%)

_________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

S-Bahn-Linien: Durchschnittliche Einsteiger je Tag von Montag bis Freitag (ohne Feiertag)

Durchschnittliche Einsteiger je Tag von Montag bis Freitag (ohne Feiertag)
Durchschnittliche Einsteiger je Tag von Montag bis Freitag (ohne Feiertag)

Auch im S-Bahn-Verkehr hat sich die Nachfrage auf den einzelnen Linien unterschiedlich stark entwickelt. Besonders hoch war der Rückgang der Fahrgäste auf der S 6 mit rund -60% im Vergleich zum Vorjahr. Damit ist sie die Linie mit dem prozentual höchsten Rückgang im NVR.

Das Angebot auf der S 13 wurde zum Fahrplanwechsel stark eingeschränkt, da die Fahrten der Linie größtenteils der S 19 zugeordnet wurden. Dementsprechend stark ist auch die Nachfrage zurückgegangen.

Am wenigsten stark war der Fahrgastrückgang auf der S 12 mit -26%. Die Linien S 11 und S 19 bewegen sich mit -37% im Mittelfeld.

Größter Rückgang:

  • S 13 (- 93%)
  • S 6 (- 60%)
  • S 23 (- 43%)

Geringster Rückgang:

  • S 12 (- 26%)
  • S 11 (- 37%)
  • S 19 (- 37%)

Hinweis

Einige Linien verfügen nur über manuelle Zähldaten. Diese Erhebungen finden über das gesamte Jahr verteilt statt und haben aufgrund der besonderen Entwicklung im Jahr 2020 nur eine begrenzte Aussagekraft.