NVR untersucht Haltestellen mit Potenzial zur Mobilstation

Immer mehr Verkehrsteilnehmer entscheiden sich heute - abhängig von ihren aktuellen, persönlichen Bedürfnissen - für die Nutzung unterschiedlichster Verkehrsmittel. Das Mobilitätsverhalten der Menschen wird damit multimodaler und flexibler. Daher nehmen Mobilstationen heute, als multi- und intermodale Verknüpfungspunkte, eine Schlüsselrolle ein, um die Bedürfnisse der Verkehrsteilnehmer befriedigen zu können. Mobilstationen werden an zentralen Verkehrsknotenpunkten errichtet und bieten ihren Nutzern die Möglichkeit, ein für sie passendes Verkehrsmittel auszuwählen oder auf ein anderes Verkehrsmittel komfortabel umzusteigen.

Viele Kommunen im Rheinland haben sich bereits auf den Weg gemacht, Mobilstationen zu planen und einzurichten. Als Planungshilfe hat der Nahverkehr Rheinland (NVR) im Projekt "Klimaschutzteilkonzept - Mobilität für das Rheinland“ Ideen und Maßnahmenvorschläge in Form eines »Werkzeugkoffers« für die Kommunen im NVR-Gebiet ausgearbeitet. Die Errichtung von Mobilstationen soll nach einem einheitlichen Konzept und mit standardisierten Kennzeichnungen erfolgen. Ziel ist es, ein verbandweites Netz von Mobilstationen mit einheitlichen Standards zu schaffen und damit die Vernetzung der Mobilität zu fördern.

Aus einem Netz von insgesamt rund 9.600 Haltestellen im NVR-Gebiet hat der NVR 450 zentrale Standorte ausgewählt und deren Potenzial für eine Weiterentwicklung zur Mobilstation umfassend überprüft.

Haltestellen, die Potenzial für eine Weiterentwicklung zu einer Mobilstation haben, müssen eine  bestimmte Mindestausstattung aufweisen. Die erforderliche Ausstattung ist jedoch auch davon anhängig, ob sich der Standort in oder am Rand einer Ortslage befindet (zentral oder peripher) und, ob in einem Umkreis von zwei Kilometern weitere potenzielle Standorte von Mobilstationen liegen (städtisch oder regional).

Die Mindestausstattung besteht aus:

  • Aushangfahrplan
  • B+R-Anlage
  • Barrierefreiheit
  • Beleuchtung
  • Dynamische Fahrgastinformation
  • Notrufsäule
  • Stele
  • Sitzgelegenheiten
  • Tarifbedingungen
  • Ticketautomat
  • Uhr
  • Wegweiser
  • Wetterschutz

Für jeden Standort wurde ein Potenzial aus Fahrgastnachfrage, Anzahl der Linien und Belegungsgrad von B+R- und P+R-Anlagen ermittelt. Aus dem Vergleich des Potenzials mit den zu ergänzenden Elementen der Mindestausstattung ergibt sich der Handlungsbedarf.

Die  Untersuchungsergebnisse bzw. Ausstattungsvorschläge sind je Standort in einem Steckbrief zusammengefasst. Die Steckbriefe sind hier zum Downloaden abrufbar: