Reaktivierung der Strecke Heinsberg - Lindern

RB 33 (Rhein-Niers-Bahn) fährt seit dem 15. Dezember 2013 im Stundentakt nach Heinsberg

Seit dem 15. Dezember 2013 ist die Strecke Heinsberg - Lindern eingebunden in die RegionalBahn RB 33 (Rhein-Niers-Bahn) der DB. 33 Jahre nachdem der letzte Personenzug am 26. September 1980 die 12,2 km lange Strecke auf der Wurmtalbahn absolviert hat, fährt die RB 33 elektrisch, leise, modern und komfortabel im Stundentakt bis nach Heinsberg.

Zwischen Heinsberg und Oberbruch wurden in den letzten beiden Jahren rund 11.300 Tonnen Schotter, 5.216 Betonschwellen, 6 km Schienen sowie fünf Weichen verbaut und die Wurmbrücke bei Randerath komplett erneuert. Auf dem Abschnitt Oberbruch – Lindern, der bis heute noch vom Güterverkehr genutzt wird, wurden bereits im Jahr 2005 die Schienen erneuert. Die gesamte Strecke von Heinsberg bis Lindern wurde zudem elektrifiziert und mit neuester Sicherungs- und Signaltechnik ausgestattet. Sieben siedlungsnahe Stationen wurden neu gebaut. Die Bahnsteige sind auch für mobilitätseingeschränkte Personen bequem über Rampen zugänglich und ermöglichen einen höhengleichen Einstieg in die Züge. An jeder Station befinden sich Fahrkartenautomaten und Entwerter, Sitzgelegenheiten in überdachten Fahrgastunterständen, Infovitrinen und Lautsprecher. Zur Sicherheit werden die Bahnsteige rund um die Uhr videoüberwacht und sind abends und nachts beleuchtet. Zusätzlich sind Notrufsäulen vorhanden. Darüber hinaus stehen an allen Stationen P+R- und B+R-Stellplätze für Pendler zur Verfügung, die nicht mit dem Bus oder zu Fuß zu ihrer Station kommen.

Für die Planung und Realisierung des Projektes »Wurmtalbahn« haben sich acht Kooperationspartner zusammengeschlossen. Neben dem Kreis Heinsberg sowie den Städten Heinsberg und Geilenkirchen sind das die WestEnergie und Verkehr GmbH, die Rurtalbahn GmbH, die DB Regio NRW GmbH, der Aachener Verkehrsverbund und der Zweckverband Nahverkehr Rheinland. 

Gemeinsam ist es gelungen, nicht nur die Strecke wieder für den Personenverkehr zu reaktivieren, sondern auch nach aktuellstem technischen Standard die Sicherungs- und Signaltechnik, den Bahnkörper und die Elektrifizierung auszubauen. Eigentümerin der Strecke ist die WestEnergie und Verkehr GmbH. Für den Betrieb der Infrastruktur ist die Rurtalbahn GmbH zuständig und der Betrieb erfolgt durch die Deutsche Bahn mit der Linie RB 33. Die RB 33 verkehrt auf der Hauptstrecke zwischen Aachen und Mönchengladbach/Duisburg elektrisch. Für eine durchgehende Zugverbindung von Heinsberg nach Aachen war die Elektrifizierung der Strecke erforderlich und auch ökonomisch sowie ökologisch sinnvoll. 

Zum Einsatz kommen viergliedrige, knapp 70 Meter lange Elektrotriebwagen vom Typ ET 425. Dieser vom Konsortium Siemens Transportation Systems / Bombardier / DWA gebaute Zug ist bereits auf vielen Strecken in NRW im Einsatz. Er bietet 206 Sitzplätze und 228 Stehplätze. Der Innenraum ist klimatisiert und verfügt über einen Mehrzweckbereich für Fahrräder, Rollstühle oder Kinderwagen und eine barrierefreie Toilette. Zudem ist der Zug mit einem modernen Fahrgastinformationssystem, einer Notrufeinrichtung und einer elektrischen Einstiegshilfe für Rollstühle ausgestattet. Der Betrieb erfolgt als sogenanntes Flügelzugkonzept. Von Aachen verkehren zwei aneinandergekoppelte Zugteile bis Lindern. In Lindern wird der Zugverband geteilt (geflügelt). Der vordere Zugteil fährt weiter über Mönchengladbach nach Duisburg, der hintere Zugteil fährt über die reaktivierte Strecke nach Heinsberg. Durch den Flügelzugbetrieb wird eine umsteigefreie Zugverbindung von Heinsberg nach Aachen und umgekehrt ermöglicht. Zusätzlich sind die Betriebskosten gegenüber einer gesonderten Linie deutlich geringer. 

Die Busunternehmen west und RVE passen ihre Buslinien an die neue Schienenverbindung an.