12.11.2018

Akteurskonferenz zum Ausbau der RB 38 im Knoten Köln

Planungen für eine leistungsfähige S-Bahn vorgestellt


Köln/Bergheim, 12. November 2018. Unter dem Motto "S gemeinsam voranbringen" haben die Projektpartner für den Ausbau der Regionalbahn 38 ("Erftbahn") zur S-Bahn auf der Strecke zwischen Bedburg und Horrem heute die Planungen vorgestellt. Der Ausbau ist ein weiterer wichtiger Baustein für einen leistungsfähigeren S-Bahn-Verkehr im Großraum Köln. „Der Bahnknoten Köln ist einer der am stärksten frequentierten Knotenpunkte im deutschen Schienennetz. Deshalb brauchen wir im Großraum Köln ein leistungsfähiges und modernes S-Bahn-System, mit dem die vielen Pendler und Fahrgäste gut getaktet und verlässlich ans Ziel kommen“, sagte Dr. Hendrik Schulte, Staatssekretär im Ministerium für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, bei der Akteurskonferenz im MEDIO.RHEIN.ERFT in Bergheim.
Die stark frequentierte Regionalbahn (RB) 38 wird im Rahmen des Gesamtprojekts Kölner Knoten zu einer vollwertigen, elektrifizierten S-Bahn ausgebaut. Dadurch wird eine direkte S-Bahn-Verbindung im 20-Minuten-Takt zwischen Bedburg und Köln möglich. Bislang gibt es nur eine stündliche direkte Verbindung von Bedburg und Bergheim nach Köln.

„Die Fahrgastzahlen im S-Bahn-Verkehr in und um Köln steigen seit Jahren“, verdeutlicht Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer der Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR), die Notwendigkeit des Ausbaus. „Auch die RB 38 konnte von 2016 auf 2017 eine Nachfragesteigerung von zehn Prozent verzeichnen. Um dieser positiven Entwicklung Rechnung zu tragen und die Mobilität unserer Fahrgäste sicherzustellen, müssen wir in die vorhandene Infrastruktur investieren.“

Mehr Tempo und Zuverlässigkeit
Für den Ausbau zur S-Bahn wird die Strecke komplett elektrifiziert. Hinzu kommen Anpassungen der Gleislage und der Leit- und Sicherungstechnik sowie abschnittsweise Streckenausbauten. Die Maßnahmen ermöglichen eine Steigerung der Geschwindigkeit von 60 auf 100 Kilometer pro Stunde, wie Bernd Köppel, Leiter Großprojekte West der DB Netz AG, erklärt. "Damit schaffen wir die Voraussetzungen für ein besseres Betriebskonzept. Die Umstellung vom Dieselbetrieb auf Strom zahlt außerdem auf unsere Umweltbilanz ein." Klar sei aber auch, dass es während der Bauzeit zu Einschränkungen kommen wird. Zudem trägt der Wechsel auf die S-Bahngleise zu einer Entlastung der Fernbahngleise zwischen Köln und Horrem bei. Im Zuge des Ausbaus werden auch die Stationen Bedburg, Glesch, Paffendorf, Zieverich und Bergheim erneuert und auf eine Länge von 150 Metern ausgebaut. Ein stufenloser Einstieg und Orientierungshilfen für sehbehinderte Menschen sollen das Reisen für Fahrgäste mit Mobilitätseinschränkungen erleichtern. Darüber hinaus sollen moderne Beleuchtungsanlagen das Sicherheitsgefühl erhöhen. "Wir wollen das Reisen für die Fahrgäste so angenehm wie möglich machen", betont Stephan Boleslawsky, Leiter des Regionalbereichs West der DB Station&Service AG. "Die geplanten Maßnahmen werden die Barrierefreiheit und die Aufenthaltsqualität spürbar verbessern."

Frühzeitige Beteiligung der Bürger und Interessensvertreter
Mit dem S-Bahn-Ausbau im Knoten Köln wollen die Projektpartner ein leistungsstarkes S-Bahn-Netz schaffen, das die Region mit der wachsenden Stadt Köln nachhaltig verknüpft. Dazu sollen in einem ersten Schritt die S-Bahn-Stammstrecke zwischen Köln Messe/Deutz und Köln Hauptbahnhof ausgebaut und die Linie S 11 zwischen Köln-Worringen und Bergisch Gladbach für einen 10-Minuten-Takt erweitert werden. Das Vorhaben befindet sich derzeit in der Vorplanung.
Der S-Bahn-Ausbau im Knoten Köln ist Modellprojekt im Bündnis für Mobilität NRW und soll neue Formen der Öffentlichkeitsbeteiligung bei Projekten im Schienenpersonenverkehr erproben. Daher wird auch der Ausbau der RB 38 von einer frühzeitigen Beteiligung der Bürger sowie zentraler Interessensvertreter aus der Region begleitet.

„Die bisherige Einbindung der Öffentlichkeit bei den Planungen für den Ausbau der Stammstrecke und der S 11 hat viele wertvolle Impulse geliefert“, erklärt Staatssekretär Dr. Hendrik Schulte. „Für eine gelungene und effiziente Umsetzung wollen wir daher gemeinsam erneut auf eine umfassende Kommunikation und Beteiligung setzen.“

Die Akteurskonferenz, bei der die zentralen Beteiligten aus Politik, Verwaltung und Verbänden über das Projekt informiert werden, ist ein erster Schritt dazu. Im kommenden Jahr werden dann auch Maßnahmen zur Bürgerbeteiligung umgesetzt.

 

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